Deutsche und Russen im Alltag in einer mitteldeutschen Region von 1945 bis 1993
VINTAGE EAST - DDR-Design
DAUERAUSSTELLUNGVINTAGE EAST - DDR-DesignObjekte des Alltags aus den 1950er bis 80er Jahren, deren Formgebung bis heute überzeugt und die inzwischen zu den Klassikern der Design-Geschichte gehören. Gestaltet wurden sie unter anderem nach Entwürfen bekannter mitteldeutscher Designerinnen und Designer, von denen viele ihre Ausbildung an der Hochschule für industrielle Formgestaltung in Halle Burg Giebichenstein erhielten. Neben Plaste-Spielzeug vom Ali Kurt Baumgarten ist das Mitropa-Geschirr von Margarete Jahny und Erich Müller ebenso zu sehen wie die Jenaer-Glas-Teekanne von Ilse Decho oder das Mokkaservice in Schwarz und Weiß von 1961, das in den HB-Werkstätten der Keramikerin und Bauhäuslerin Hedwig Bollhagen hergestellt wurde. Kleidung, Schuhe, Taschen u.a. Accessoires bereichern die Exposition und geben Inspiration für noch bestehendes Design.
Blick in die Ausstellung
DAUERAUSSTELLUNGWEGZEICHEN - ZEITZEICHENDie Ausstellung im Haus der AlltagsGeschichte deckt eine bedeutsame Leerstelle in der Darstellung der Geschichte der sowjetischen Streitkräfte in der DDR auf. Während üblicherweise die Fokussierung auf militärische Aspekte und Technik dominiert, richtet diese Ausstellung ihren Blick auf die Beziehungen zwischen den stationierten Truppen und der einheimischen Bevölkerung.Über mehr als fünf Jahrzehnte prägten die sowjetischen Streitkräfte mit ihrem markanten roten Stern das östliche Deutschland. Ihre Präsenz hinterließ nicht nur sichtbare Spuren an den Standorten, sondern auch unsichtbare Spuren im Bewusstsein der Menschen. Trotz ihres langen Aufenthalts und ihrer Präsenz im öffentlichen Leben hatten die Soldaten einen abgeschotteten Status inne. Selbst in den späteren Jahren der DDR blieb die Interaktion zwischen den Bürgern und den sowjetischen Soldaten begrenzt. Sprachbarrieren und das Fehlen praktischer Anwendungsmöglichkeiten erschwerten jegliche Kommunikation, und das Bild der Russen in der Bevölkerung war geprägt von Vorurteilen, Legenden und Halbwahrheiten.Die Ausstellung zeigt die Bemühungen sowohl seitens der Deutschen, Russisch zu verstehen, als auch seitens der Rotarmisten, sich verständlich zu machen. Trotz der Vorbehalte und der von beiden Seiten geprägten Gewalterfahrungen entstanden in diesem Kontext zahlreiche persönliche Kontakte und echte Freundschaften, die bis in die Gegenwart reichen.Die Ausstellung wird durch Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen lebendig, indem sie den Alltag innerhalb und außerhalb der sowjetischen Kasernen nachzeichnet. Sie verdeutlicht, dass trotz der anfänglichen Isolation und Distanz echte menschliche Verbindungen entstanden, die über die Jahre hinweg Bestand hatten und bis heute nachwirken. Diese Ausstellung stellt somit einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung und zum Verständnis der Beziehungen zwischen den einheimischen Bürgern und den sowjetischen Truppen dar.
SONDERAUSSTELLUNGAtheismus in der DDREine Ausstellung des Instituts für vergleichende Staat-Kirche-Forschung BerlinDie Ausstellung im Zentrum der AlltagsGeschichte reflektiert den ambitionierten Anspruch der DDR, ein neues, inklusives Deutschland zu erschaffen und die demokratischen Kräfte, einschließlich der christlichen Bürger, in den Aufbau einer gerechten Gesellschaft zu integrieren. Dennoch konfrontierte die realsozialistische Realität diese sozialistischen Ideale mit Hindernissen und führte zu einem letztlichen Scheitern.Das Beziehungsgefüge zwischen Staat und Kirche in der DDR war geprägt von einer dynamischen Mischung aus Konfrontation und Kooperation. Aufgrund des Fehlens konkreter staatskirchenrechtlicher Vorgaben hatten staatliche Instanzen einen beträchtlichen Entscheidungsspielraum, was zu einer kontinuierlichen Notwendigkeit von Gesprächen und Verhandlungen zwischen Staat und Kirchen führte.Die politische Agenda der SED verfolgte eine atheistisch geprägte Ausrichtung in der DDR, welche unterschiedlich intensiv und mit variierenden Auswirkungen auf die christliche Bevölkerung umgesetzt wurde. Die Ausrichtung der Atheismusforschung und -propaganda wurde maßgeblich von den kirchenpolitischen Zielen der SED-Führung bestimmt. Ab den siebziger Jahren lag der Fokus mehr auf der Vermeidung von Konflikten und der Förderung der Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirchen.Trotz der staatlichen Eingriffe und Restriktionen erfüllten die Christen und Kirchen in der DDR ihren Auftrag und verbreiteten die biblische Botschaft in einem vorwiegend atheistisch geprägten Umfeld. Die rapide Säkularisierung in der DDR führte dazu, dass die evangelischen Kirchen in eine Minderheitenposition gerieten und ihre religiöse Sozialisation stark reduziert wurde. Das Bild von Martin Luther wandelte sich im Laufe der Zeit, was den evangelischen Kirchen mehr Handlungsspielraum verschaffte, während sie sich trotz der vielfältigen Herausforderungen ihrer Mission widmeten.
Blick in die Ausstellung
Blick in die Ausstellung
ATHEISMUS IN DER DDR
AUSSTELLUNGENDie Ausstellungen des Hauses der AlltagsGeschichte eröffnen unterschiedliche Zugänge zur urbanen Alltagskultur des 20. Jahrhunderts. Sie zeigen, wie sich Lebenswelten, Wohnformen, Konsumgewohnheiten, Freizeit, Gestaltung und gesellschaftliche Erfahrungen verändert haben.Neben dauerhaften Präsentationen gibt es regelmäßig Sonderausstellungen zu ausgewählten Themen.
SONDERAUSSTELLUNGErgänzend zur Dauerausstellung greift das Museum ausgewählte Themen der Alltagsgeschichte in Sonderausstellungen auf. Diese vertiefen einzelne Aspekte, setzen neue Akzente und eröffnen zusätzliche Perspektiven auf das Leben im 20. Jahrhundert.
DAUERAUSSTELLUNGDie Dauerausstellung vermittelt zentrale Aspekte des städtischen Alltags im 20. Jahrhundert. Anhand von Objekten und gestalteten Raumsituationen werden Lebenswelten sichtbar, die vielen vertraut erscheinen und zugleich historische Distanz erkennen lassen.
Die Ausstellungen des Hauses verbinden Objektgeschichte mit Lebensgeschichte. Sie zeigen Alltag nicht als Nebensache, sondern als zentralen Zugang zum Verständnis gesellschaftlicher Entwicklung.